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30.10.2008 von Mrs. Tapir.
So eine persönlich Trauerphase im Leben nimmt einem erst mal alle Kraft und Lust.
Die ersten Tage nach dem Tod unserer geliebten Anka war mir eigentlich alles egal, selbst die derzeitige Bank- und Wirtschaftskrise, mein Kuscheltierforschungsprojekt, der leuchtende Herbst, das Buch über die Folgen von neoliberaler Ideologie und Ökonomisierung in der Sozialen Arbeit, das ich schreibe… alles war weit weg und ließ mich völlig kalt.
Die Gegenwart ist weiter beeinträchtigt von den immer wieder aufflammenden traurigen Gedanken an Anka und den Gefühlen des Verlustes.
Vor meinem Fenster läuft eine Frau durch den Regen an unserem Haus vorbei, einen kleinen Hund an er Leine, der klatschnass wird, daran aber offenbar keinen Anstoß nimmt. Wenn Anka noch wäre, würde sich jetzt am Zaun eine heftige Revierverteidigungs-Szene abspielen. So aber geht alles lautlos vorüber.
Aber es geht weiter.
Allmählich tauche ich wieder auf und richte mich auf die Zukunft aus.
Ich habe die Empfindungen und Sitten von Menschen, die nach einer Beerdigung und einer tiefen Trauerphase plötzlich anfangen, zu tanzen und ihr Leben zu feiern, immer bewundert. Heute fällt mir eine solche Haltung schwer. Aber sie kann einen retten und wäre sicher immer auch im Sinne derer, die wir betrauern.
Geschrieben in meine schönsten Fotos, Anka, Alter & Leben, unsere Streusandbüchse | Keine Kommentare »
30.9.2008 von Mrs. Tapir.
oder nicht?
Wir jedenfalls hatten noch im April kaum zu hoffen gewagt, dass es in unserem Garten wieder blühen und grünen wird.
Wir können nicht klagen. Alles war sehr hoch und auch ziemlich üppig. Wahrscheinlich hat dem Garten die 30 cm Erde gutgetan, die wir wegen des Hochwassers im Frühjahr auftragen mussten. Es gab viel zu tun.
Dann war da noch mein runder Geburtstag, der Sommer gab freundlicher Weise noch ein paar kleine Intermezzos und wir konnten mit einem spätsommerlichen Garten die Gäste erfreuen, in dem der Herbst sich schon ankündigte aber die Sonne noch alles in Grüngold tauchte. Und abends gab es noch eine Ahnung von blauen Sommernächten.
Ein paar Tage später scheint es vorbei. Noch steht alles, aber die kalten Nächte werden dazu führen, dass unsere großen Fuchsschwänze, die Schmuckkörbchen, die letzten Löwenmäulchen und als erstes die Kapuzinerkresse mit einem Mal aufgeben und in sich zusammenfallen werden. Dann heißt es Beete aufräumen, Herbstarbeiten in Angriff nehmen, Laub vom Rasen kehren…
Vor ein paar Tagen haben die großen Birken aus dem Nachbargarten noch ihre kleinen Nüsschen über alles geschüttet. Birkennüsschen waren geradezu allgegenwärtig. Jetzt folgen die gelben Blätter. Bald sind die Kronen leer.
Esmacht wieder Spaß, abends am Feuer zu sitzen.
Ich hoffe auf einen schönen Oktober.
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20.4.2008 von Mrs. Tapir.
Wie habe ich diese Wiesen- und Moorblume als Kind geliebt!
Und als wir uns vor zwei Jahren im Garten einen Sumpfteich anlegten, kaufte ich natürlich so eine Blume.
Aber sie kränkelte im ersten Jahr und kränkelte im 2. Jahr vor sich hin. Kaum dass eine Blüte wirklich in aller Schönheit , glänzend gelb aufging. Die Pflanze breitete sich nicht aus, die Blätter wurden braun, die Blüten verfaulen am Stiel.
Und in diesem Frühling, wo unser ganzer Garten seit Januar überschwemmt da steht, wo meine Zwiebeln im Boden verfaulen und die Stauden im Grundwasser ersticken und vertrocknen, da findet Madam es einfach wunderbar:
Kein Virus weit und breit: Sie blüht und wuchert, ihre goldenen Tupfer trösten mich über die Öde der neu aufgeschütteten Erdeflächen hinweg. Wie sagt man? Was dem einen sin Uhl, ist dem anderen seine Nachtigall …
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18.4.2008 von Mrs. Tapir.
Auf dem Weg zu meiner Streusandbüchse höre ich Radio eine Sendung im Deutschlandfunk über die Perspektiven der Klimaveränderung. Da wird hervorgehoben, dass insbesondere für Brandenburg erwartet wird, dass dort in Zukunft Trockenheit herrscht. Es ginge z.B. darum, gegen Hitze und Trockenheit unempfindliche Pflanzen anzusiedeln….
Im komme im Dunklen an. Unsere Straße ist wegen Unpassierbarkeit gesperrt. Ich tapse durch Pfützen ins Haus. Als ich am Morgen aus dem Fenster sehe, ist mal wieder und immer noch Land unter um unser Haus. Und was nicht ersoffen und verfault ist im Garten haben die Schnecken und die Vögel geholt.
Trockenheit stelle ich mir eigentlich anders vor.
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6.4.2008 von Mrs. Tapir.
Obwohl der Himmel düster über unserem Dorf hängt und in den nächsten Nächten wieder mal Frost droht:
Heute war er auf einmal da, stand groß und weithin sichtbar auf dem alten Storchennest und sorgte erst mal für Ordnung, bis Madam auch eintreffen wird und die Zeit fürs Eier legen kommt.
Im August ziehen sie schon wieder gen Süden. Aber dass sie nun doch schon kommen spricht dafür, dass der Frühling - auch hier oben im kühlen Brandenburger Land - doch unmittelbar bevorsteht.
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23.3.2008 von Mrs. Tapir.
Im Spreewald wurde der Brauch vom Osterwasser wieder zum Leben erweckt.
Wie schön für die Touristen. Aber wer mal ein richtiges Osterwasser sehen möchte, kann zur Streusandbüchse nach O. kommen.
Wir haben seit Januar Hochwasser. Der Grundwasserspiegel, seit 30 Jahren in dieser Gegend maximal bei cm 60 cm, steht seit dem in Erdbodenhöhe, also bei Null.
Als die erste Januar-Katastrophe langsam abgeklungen schien, kam Emma und machte alles noch schlimmer. Seit dem steht das ganze Grundstück unter Wasser und nichts sickert ab.
Ein kleiner Badesee vor der Eingangstür … (Anfang März)
Land unter: Blick vom Balkon in den Garten (Anfang März)
Wir sind natürlich nicht alleine betroffen. Schätzungsweise 30 Grundstücke in unmittelbarer Nähe kämpfen mit dem Grundwasser. Beim Nachbarn steht ein mit Regenwasser angefüllter Swimmingpool, an dem das Wasser von außen schon zur Hälfte seiner Höhe angestiegen ist. Auf dem anderen Grundstück neben uns hat sich ein See etabliert, der schon Entengrütze ansetzt und sich heute, zu Ostern, romantisch als See in Schneelandschaft präsentiert.
Wie heimelig sich das kleine Haus im Wasser spiegelt ….
Wir haben in den letzten Wochen in Handarbeit den ganzen Garten um 20 erhöht.
Auf den Fotos sieht man, dass das Grund- und Regenwasser trotzdem bis zur neuen Gartenoberfläche steht.
Das Wasser der unbefestigten Straße (im Bürokratendeutsch: Kategorie 4; 5 und 6 gibts nicht!)
nichts geht mehr…
läuft und läuft auf unser Gelände und sammelt sich am Fuße unseres Holzhauses. Wir pumpen jeden Tag …. um das allerschlimmste zu verhindern.
Ansonsten hoffen wir auf einen trockenen Sommer und darauf, dass wir vielleicht doch noch das Herz der hiesigen Bürokratie berühren und die Kanalisation dieser tiefliegenden Ecke des Landes Brandenburg im Haushalt doch noch vor 2012 eingeplant wird.
Es wird Zeit, dass wir uns hier zusammentun und die Behörden auf Trab bringen, ehe wir ganz abgesoffen sind.
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5.3.2008 von Mrs. Tapir.
Monate lang hat sie es ertragen ohne mit der Lefze zu zucken, wenn ich auf meiner Flöte spielte. Sie war geduldig auch da, wo ich an den sehr hohen Tönen feilen musste. Ich hatte mal einen Schäferhund, der versuchte sofort wegzulaufen, wenn in seiner Nähe irgendwer oder irgendwas Musik machte. Nicht so Anka.
Ich war deshalb stolz auf meine Anka. Auch meiner Tochter hat sie 4 Jahre bei Akkordeonspiel gelauscht.
Und nun plötzlich das: Mit einem Mal beginnt Anka zu fiepen und zu winseln, sobald ich oder kranich einen Ton spielen. Aber sie verkriecht sich nicht, um der Musik zu entgehen, sie stürzt sich auf den Spieler, springt zur Flöte hoch, beschnupert sie aufgeregt und stimmt ein unangenehmes Hundegejammer an. Dabei läuft sie aufgeregt herum, hechelt und ist aufgeregt.
Vor einigen Tagen habe ich eine Diplomarbeit gelesen, die sich mit tiergestützter Sozialarbeit, dem Verhältnis von Tier und Mensch, ihren Kommunikationsmöglichkeiten und Verständnisschwierigkeiten befasste.
Ach wäre ich doch eine Hundeflüstererin! Denn warum Anka sich so verhält, was eigentlich mit ihr los ist, ich kann es nur raten, es erschließt sich uns nicht. Ist sie unausgelastet, möchte sie mitmischen, kann sie plötzlich die hohen Töne nicht mehr ertragen, ist sie eifersüchtig auf die Flöte (zum ersten Mal trat das Verhalten auf, als wir im Duo spielten). Ich weiß es nicht.
Nun versuchen wir, uns von Anka nicht die Freude am Spielen verderben zu lassen und lassen sie vor der Tür liegen und leise jammern. Es geht, aber wir haben trotzdem unsere Spieldauer am Tage auf die Hälfte reduziert. Und das ärgert mich.
Hat jemand dazu was zu sagen? Was ist mit unserem Hund los?
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12.2.2008 von Mrs. Tapir.
Anka will noch mal raus und entführt uns in die Abenddämmerstunde.
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10.2.2008 von Mrs. Tapir.
bei dem unglaublichen Wetter konnte man endlich mal wieder in den Garten.
Stillleben im Vorgarten an einem sonnigen Februartag
Unser hinterer Garten steht noch immer unter Wasser, aber im Vorgarten ist das Wasser jetzt versickert.
Zwar kommen bei uns schon die Zwiebelblumen raus, aber es ist schließlich noch tiefer Winter.
Ich habe mich auf Arbeiten beschränkt, die ich eigentlich schon im Herbst oder im frühen Winter hätte machen sollen. Aber es ist ein herrliches Gefühl, sich wieder im Freien bewegen zu können, und das bei einer Sonne wie im späten März…
Während Kranich unsere Holzstämme zersägte, um sie endlich auf dem Grundstück zu lagern, lief Anka zwischen uns hin und her.
Was macht Herrchen da für einen Lärm?
Unsere Holzstapel reichen noch für einige Winter…
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26.1.2008 von Mrs. Tapir.
Hier erwartete mich hinter und um unser Haus etwas, das wie ein japanischer Wassergarten aussieht, alles ist nur noch mit hohen Gummistiefeln zu erreichen, dafür blühen bereits die Haselnüsse.
Na denn ahoi!
Geschrieben in unsere Streusandbüchse, mein Campus-Report, Brötchen und Lohn | 2 Kommentare »