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23.5.2009 von Mrs. Tapir.
frisches Maigrün am Lehnitzsee
Ruhebank im Kurpark Bad Sassendorf
Mai im botanische Garten in Jena
Mai in der Uckermark
Maiwiese an der Horizontale über Jena
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31.3.2009 von Mrs. Tapir.
Auszug aus meiner Trilogie:
Friedhofsgespräche - Teil II - Denkmal für meine Mutter
Du lebtest wieder in Dresden, als das erste Schuljahr langsam zu Ende ging. An einem blauen Märztag des Jahres 1927 hattest auf deinem Schulweg durch den Blüherpark die ersten Schneeglöckchen entdeckt. Der Lehrer kam an diesem Morgen in den Klassenraum, grüßte die Kinder stumm, schrieb mit großen, klaren Buchstaben an die Tafel: „Er kommt….“ und wandte sich dann mit fragendem Gesicht an die Klasse. Die Kinder schwiegen erst verwirrt, bis sie begriffen, was der Lehrer von ihnen wollte. Dann schnellten die Finger hoch. „Der Lehrer kommt“, posaunte stolz ein Junge heraus. „Nein“, der Lehrer schüttelte den Kopf. Diese Antworte wollte er nicht. „Der Vater kommt“, „die Mutter kommt“, „das Kind kommt“, „der Mann kommt“, „die Frau kommt“… Immer wieder schüttelte der Lehrer bestimmt und geheimnisvoll seinen Kopf und nahm das nächste Kind dran. Schließlich kamst du an die Reihe, die du vom ersten Moment die richtige Antwort gewusst hast. „Der Frühling kommt!“ jubeltest du in die Klasse. „Du“, sagte der Lehrer, „du kannst dich auf der Vogelwiese sehen lassen“.
P.S. Die Vogelwiese ist der Jahrmarkt in Dresden , vermutlich heute noch?
Apfelbäume warten auf den Frühling
Vorfrühling am Bach
Der Frühling zieht in Jena ein
.
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30.10.2008 von Mrs. Tapir.
So eine persönlich Trauerphase im Leben nimmt einem erst mal alle Kraft und Lust.
Die ersten Tage nach dem Tod unserer geliebten Anka war mir eigentlich alles egal, selbst die derzeitige Bank- und Wirtschaftskrise, mein Kuscheltierforschungsprojekt, der leuchtende Herbst, das Buch über die Folgen von neoliberaler Ideologie und Ökonomisierung in der Sozialen Arbeit, das ich schreibe… alles war weit weg und ließ mich völlig kalt.
Die Gegenwart ist weiter beeinträchtigt von den immer wieder aufflammenden traurigen Gedanken an Anka und den Gefühlen des Verlustes.
Vor meinem Fenster läuft eine Frau durch den Regen an unserem Haus vorbei, einen kleinen Hund an er Leine, der klatschnass wird, daran aber offenbar keinen Anstoß nimmt. Wenn Anka noch wäre, würde sich jetzt am Zaun eine heftige Revierverteidigungs-Szene abspielen. So aber geht alles lautlos vorüber.
Aber es geht weiter.
Allmählich tauche ich wieder auf und richte mich auf die Zukunft aus.
Ich habe die Empfindungen und Sitten von Menschen, die nach einer Beerdigung und einer tiefen Trauerphase plötzlich anfangen, zu tanzen und ihr Leben zu feiern, immer bewundert. Heute fällt mir eine solche Haltung schwer. Aber sie kann einen retten und wäre sicher immer auch im Sinne derer, die wir betrauern.
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25.10.2008 von Mrs. Tapir.
hier ist meine Anka noch vor
wenigen Tagen herumgestromert….
für Anka
Die Sommerastern sind verblasst wie alte Bilder.
Oktober müde liegt das Feld.
In diesem Herbst kann ich
die Müdigkeit der Bäume fühlen
mit jedem Blatt,
das fällt.
Sanft kommt das Sterben,
still und blass.
Ich habe so oft über sie geschrieben. Ihr Tod kam erschütternd plötzlich. Unser Garten, unser Haus sind auf einmal leer. Meine Anka ist fort: ein lebendiges Wesen, dass sich immer wie verrückt gefreut hat, wenn ich kam, auch wenn ich nur kurz am Auto gewesen war, ein Wesen, dass uns mit ihrer Freundlichkeit und Zuversicht, mit ihrer intensiven Gegenwart und ihrer Fähigkeit, Glück zu finden in den winzigsten Kleinigkeiten ihres Lebens.
Wir werden lange brauchen, um nicht mehr mit Schmerz an sie zu denken. Vergessen werden wir sie wohl nie.
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26.9.2008 von Mrs. Tapir.
Das große Bassin, an der Metrostation “Stalingrad” gelegen, und durch den Canal Saint Martin gespeist, hatten wir schon in den ersten Tagen unserer Pariszeit entdeckt.
Hier ist Paris nicht all zu sehr herausgeputzt. Hierher verirrt sich wohl auch nicht so oft ein Tourist. Dafür aber ist hier die Pariser Bevölkerung hier zu Hause.
An einem unserer letzten Tage gerieten wir zufällig mitten in ein Sommerfest, dass entlang der Ufer des großen Bassins gefeiert wurde.
Entlang des Ufers waren große Sandkästen für die Kleinsten aufgeschüttet und mitten drin - bequeme Liegestühle für die Muttis und Vatis - ein super Idee, fanden wir.
Am meisten aber hat uns der öffentliche Tanz beeindruckt: eine Tanzfläche, Musik vom Band, jede Menge begeistert und ausdrucksstark tanzende Paare jeder Altersgruppe
und rings herum Zuschauer, Leute, die gleich auch mittanzen würde, auf ihre tanzwütigen Mütter wartende Kids,
und z.B. auch wir….
Da waren Leute einfach nur fröhlich und ungezwungen. So viel spontane Lockerheit und Lebensfreude und gleichzeitig so viel Eleganz und Musikalität dürfte man in Deutschland vermutlich lange suchen.
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22.9.2008 von Mrs. Tapir.
Das Gewimmel und der Trubel in Paris’ Tourismus-Meilen war nicht länger als ein paar Stunden auszuhalten. Immer wieder zog es mich in ruhige, beschauliche Ecken. Außer dem Jardin du Luxembourg waren wir in einer ganzen Reihe von Pariser Parks:
Im Parc du Monceau, einem kleineren Par, in dem wir ausschließlich Franzosen trafen, die hier joggten, Zeitung lasen, Familien, die ihren Nachwuchs hinter sich herzogen, Leute, in Gespräche vertieft, Paare aber auch Menschen, die ganz alleine auf Bänken saßen und vermutlich ihren Feierabend genossen haben.
Wir fuhren zum Park Buttes Chaumont, im Nordosten von Paris, ein alter Steinbruch, der in einen Park mit See, Felsschluchten und Hügelreihen verwandelt worden ist und der mit wunderbaren Blumenbeeten bestach.
Natürlich waren wir auch Jardin des Tuileries, wo wir einige Zeit den Holzschiffchen auf dem Teich zusahen, die mit ihren bunten Segeln über die Wasserfläche zum anderen Ufer trieben, wo schon ein kleiner Junge oder ein Mädchen - mit einem Stock “bewaffnet” - ungeduldig wartete, um es erneut auf Fahrt ins große Wasser los zu schicken.
Wunderbar war der kleine Park auf der Spitze der Ile de la Seine. Hier versteckt sich ist ein kleines Paradies für Liebespaare und Menschen, die mitten in Paris ihre Ruhe haben wollen.
Der ungewöhnlichste Park war ein 2 Kilometer langer Streifen, der oben auf einer alten Bahntrasse angelegt war. Hoch über der Straße läuft man durch Rosenbeete, gepflegte Anlagen und Rasenstreifen. Überall laden Bänke ein. Mancher hat hier hin seinen Heimweg von der Arbeit gelegt, andere sitzen mit vollen Taschen nach einem Einkauf zum Verschnaufen im Park . Vom Lärm der Straße bekommt man nichts mit.
Und dann war da noch der kleine mittelalterlich Garten de Cluny, unmittelbar an dem belebten Boulevard des Saint- Germain. Nur ein paar Meter weiter, wie weggezaubert aus der hektischen Welt, saßen wir da, lasen und lauschten dem Wasser der kleinen Brunnen und den Gesprächen der anderen Gartenbesucher.
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20.9.2008 von Mrs. Tapir.
Den Jardin du Luxembourg kannte ich schon von meiner Primaner-Reise vor 40 Jahren. Besonders beeindruckt hatte mich damals ein kleines Karussell, eben das, welches Rilke in seinem berühmten Gedicht beschreiben hat.
Das Karussell
Jardin du Luxembourg
Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
nur dass er einen Sattel trägt und drüber
ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge
und hält sich mit der kleinen heißen Hand
dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.Und dann und wann ein weißer Elefant.
Und auf den Pferden kommen sie vorüber,
auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge
fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge
schauen sie auf, irgendwohin, herüber -Und dann und wann ein weißer Elefant.
Ansonsten war dieser Park genau so, wie ich ihn in Erinnerung hatte: lichtdurchflutet, ganz im französischen Stil, voller Menschen, die plaudern, sich erholen, ausruhen wollen.
Mein Karussell aber war nicht mehr zu finden.
Aber als wir kurz darauf am Eifelturm spazieren gingen, war es auf einmal da:
Also doch: Und dann und wann ein weißer Elefant …nur war diesmal der Elefant blau.
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16.9.2008 von Mrs. Tapir.
Natürlich waren wir auch brave Touristen und Parisbesucher.
Für den Louvre freilich hat meine Kraft nicht mehr gereicht. Nach dem Musée d’Orsay und einigen anderen kleineren Museen sah ich mich nicht mehr in der Lage zu dieser Herausforderung. Möge Mona weiter lächeln. Beim nächsten Mal!
die alte, geliebte Notre Dame,
für mich immer schon die schönste gotische Kirche …
ein typisches Pariser Haus mit “Pariser Zimmer”,
das Musée d’Orsay,
- eine beeindruckende Architektur!
das Lafayette,
- die tolle Bluse für 280 Euro habe ich mir verkniffen, und bereue es noch immer,
das Centre Pompidou,
Centre Les Halles,
Eifelturm,
Montmarte,
Friedhof Père-Lachaise,
Über die letzten beiden Höhepunkte berichte ich noch ausführlicher.
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16.9.2008 von Mrs. Tapir.
Das Stadtviertel, in dem die Arche steht, heißt “La Défense” nach einem Denkmal, dass dem deutsch-französischen Krieg 1870 gewidmet ist. Im Museum des Invalidendomes zeigt sich eine erstaunliche Freude am eigenen Militär, seinen Siegen und seinem Glanz.Offenbar erinnern sich die Franzosen besonders gerne an alle Schlachten ihrer Armee, die siegreich waren oder so gesehen werden. Der Arc du Triumph ist voll davon - leider konnten wir Jena nicht finden, weil die Fahne uns den Blick versperrt. Viele Metro Stationen heißen nach berühmten Kriegsschauplätzen. Es gibt z.B. auch ein “Stalingrad”. Befremdet hat uns die Metrostation mit dem schönen deutschen Namen “Oberkampf”. Dieses Wort hat sich uns nicht erklärt.
(Trotzdem fiel uns auf, dass wir in Paris überhaupt keine Situationen erlebt und Beobachtungen gemacht haben, in denen sich Menschen aggressiv oder bedrohend verhielten. In den Vorstädten würde das vermutlich ganz anders sein. Hier aber wirkte alles lebendig und integriert, kommunikativ und bunt.)
Der französischen Revolution wird ab und an gedacht. Z.B. finden sich an den Wänden der Metrostation am Place de la Bastille große Wandbilder mit Straßenszenen, die den Sturm auf die Bastille zeigen.
Aber an die Pariser Commune erinnert so gut wie nichts im Straßenbild der Stadt. Im Musée D’Orsay haben wir ein Gemälde gefunden, dass die getöteten Communarden zeigt.
Und auf dem Friedhof Père Lachaise ist in die Mauer, an der damals die Communarden erschossen wurden, eine Tafel eingelassen. Die Mauer befindet sich im hinteren Teil des Friedhofes, wo auch bekannte Kommunisten begraben sind und spanische Widerstandskämpfer.
Und es gibt an dieser Stelle des Friedhofes eine ganze Reihe Gedenkgrabstätten für die Opfer deutscher KZs, für jedes KZ ein eigenes. Die Bronzegruppe auf der Grabstätte des KZs Buchenwald hat mir gut gefallen, besser als die in Weimar.
In diesem Teil des Friedhofes waren relativ viele Besucher und es lagen Blumen auf den Gräbern, auch an der Mauer der Communarden.
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14.9.2008 von Mrs. Tapir.
Auf dem schmalsten Bürgersteigen stehen eng an die Hausfront geschmiegt Tischchen und Stühle. Sitzen kann man überall in Pariser Cafés, kein Plätzchen ist zu klein.
Wir bevorzugen es, hier draußen zu sitzen und dem Treiben um uns herum zuzusehen:
Menschen, die wie wir in Cafés herumsitzen,
Paare,
Kellner,
Kinder, die sich mit ihren Eltern langweilen,
Straßenszenen, Passanten,
Familien, die mit ihren Sprösslingen die Straße queren, junge Paare, alte Paare (meist Touristen), Geschäftsleute, Afrikaner in langen Mänteln mit leuchtenden Farben, schicke Pariser Frauen,
brave, neugierige Touristen, Leute, die Waren entladen, Afrikanerinnen mit feurig bunten Gewändern,
eilige Passanten, die nach Hause wollen, Müßiggänger….
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